Einige Anmerkungen zur Reise

Bei unserem Baltic-Törn 2003 hatten wir zu wenig Zeit für das Kurische Haff und die kleinen Häfen an der polnischen Küste. Das wurde also unser Programm für 2004.

Die folgenden Bilder geben nicht einen kontinuierlichen Reiseverlauf wieder, sondern sind mehr spontan entstandene fotografische Momentaufnahmen.

Erstmalig in 2004 konnten wir eine nagelneue Karte des Haffs beim Hafenmeister des Festungshafens in Klaipeda erwerben, preiswert und wasserfest. Die Tonnen sind in etwa auch da, wo sie in der Karte eingezeichnet sind, allerdings sollte man bei den im Fahrwasser angegebenen Tiefen vorsichtig sein. Nach unseren Erfahrungen, "Margarete" hat je nach Tankfüllung einen Tiefgang um 1,85m, gehört einige Risikobereitschaft dazu , mit mehr als 2m das Haff zu befahren. Wir haben selbst miten im Fahrwasser gelegentlich aufgesetzt, in weichem Sand oder Mud allerdings nicht dramatisch. Vor allem vor der Memelmündung gibt es eine flache Barre, bei der man schon mal die Augen zukneifen muss. Trotzdem keine Bange, es lohnt sich. Nicht nur die Nehrung, auch das Memeldelta ist eine einmalige Landschaft, ursprünglich und unverändert, manchmal könnte man sich auf dem Amazonas vermuten. In Minija (Minge) gibt es inzwischen einen mit EU-Förderung gebauten Anleger, allerdings kaum Gastliegeplätze und diese nur für kleinere Yachten. Wir mussten jedenfalls am Slip im Schlamm liegen und konnten "Margarete" nur mit einiger Mühe so weit an die Pier winschen, dass wir so einigermaßen an Land kamen. Im Memeldelta -so auch in Minge - gibt es keine Versorgungsmöglichkeiten ( Wasser und Strom ja), dafür Natur pur. Das muss man also mögen und darauf eingestellt sein.

Der Ort Minge besteht eigentlich nur aus je einer Häuserreihe zu beiden Seiten des Memelnebenflusses gleichen Namens. Einige von ihnen sind aufwendig restauriert und fast hat man den Eindruck, dass hier in Zukunft vor allem neureiche Klaipedaner ihre Edeldatschen haben werden. Die Einheimischen leben mehr oder weniger von ihrem Land und vermutlich staatlichen Hilfen, denn Fischerei gibt es kaum noch und Touristen kommen nur wenige. Da es kaum Quartiere gibt, sind es überwiegend Tagestouristen aus Nidda, die gastronomisch an Bord der Schiffe versorgt werden und zu einem Picnic alles mitbringen müssen. Das alles hat aber durchaus seinen eigenen Reiz.

Kontrastprogramm dazu waren die polnischen Häfen mit ihren Disneyschiffen, Buden, Discos, und lautstarker Beschallung selbst am Strand und ohne Pause. Da muss man nicht hin. Ein Erlebnis der besonderen Art hatten wir in Darlowo (Rügenwalde), wo heftiger Schwell durch den Seekanal bis in den hintersten Winkel des Hafens lief, so dass wir fluchtartig in den örtlichen Industriehafen landeinwärts verlegen mussten. Wie sich herausstellte, keine schlechte Alternative: Ortsnähe und Ruhe.

Seglerisch war die Reise nicht unbedingt ein Highlight: Hin gegen Ostwindlage, zurück gegen teils heftige Westwindlagen. Trotzdem - Wir waren sicher nicht zum letzten Mal "da oben" .

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